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Pro oder Contra für CH-Rundstrecke?
Ich bin für eine Rundstrecke
Ich bin gegen eine Rundstrecke
Ich weiss es noch nicht





In der Schweiz sind seit 1955 Rundstreckenrennen für Fahrzeugen mit mehr als 100cm3 Hubraum verboten. Doch wie kam es dazu? Bis 1955 war der ACS für in der Schweiz ausgetragenen Motorsport inkl. die Formel 1 und den legendären Grand Prix der Schweiz in Bremgarten zuständig.

Grand Prix der Schweiz (Bremgarten)

Doch in diesem schicksalshaften Jahr 1955 ereignete sich beim Rennen im französischen Le Mans die größte Katastrophe des Motorsports, als der Mercedes-Benz 300 SLR des Franzosen Pierre Levegh nach einer Kollision auf der Zielgeraden in die dort versammelte Zuschauermenge flog. Es kamen mehr als 80 Menschen ums Leben.
Diese Tragödie führte dazu, dass die nächsten vier Grand Prix abgesagt wurden und der Schweizer Bundesrat ab sofort die Austragung von Rundstreckenrennen verbot – aus Sicherheitsgründen wie es damals hiess.

Obwohl die Schweiz hier einen internationalen Alleingang antrat, denn das Verbot ist bis heute alleinig in der westlichen Welt, sind die Argumente aus der damaligen Sicht nicht unverständlich. Die Sicherheit der Zuschauer an der Rennstrecke war in dieser Zeit noch kein Thema. Man sehe sich als Beispiel nur die entsprechenden Bilder aus dem tragischen Rennen in Le Mans an. Die Zuschauer stehen komplett ungesichert direkt an der Strecke, auch die rudimentären Tribünen auf der Zielgerade verfügen über keinerlei Sicherheitsabstand oder Fangzäune. Hier donnerten die historischen Boliden mit weit über 250 km/h vorbei. 

Start 24h Le Mans 1955


Hinzu kam, dass die Rennstrecken von damals praktisch nirgends über Sturzräume und Auslaufzonen verfügten – ganz im Gegensatz zu den heutigen Strecken, wo grosszügig dimensionierte Kiesbetten und asphaltierte Auslaufzonen für ein sehr grosses Sicherheitspolster sorgen.

Zuschauer an der Strecke  Ungesicherte Zuschauertribünen  Zuschauer direkt an der Strecke

So traurig es klingen mag, aber mit den in den damaligen Verhältnissen völlig fehlenden Sicherheitsmassnahmen war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich eine so schreckliche Katastrophe ereignen musste.

Unter diesen Gesichtspunkten ist die Situation in keinster Weise mit den heutigen Einrichtungen an modernen Rennstrecken zu vergleichen. Mit speziell konstruierten und abgesicherten Zuschauerbereichen ist der Besuch eines Rundstreckenrennens für die Zuschauer genauso sicher wie ein Fussball- oder Eishockeyspiel – vielleicht sogar sicherer, da es an solchen Veranstaltungen keine Ausschreitungen von irgendwelchen Fangruppierungen gibt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die damaligen und heutigen Sicherheitsverhältnisse nicht einmal mehr ansatzweise miteinander vergleichbar sind. Deshalb drängt sich die Aufhebung des antiken Rundstreckenverbots, welches seinerzeit aus Sicherheitsgründen erlassen wurde, förmlich auf.







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